Sonnenschutz statt Umweltschmutz

Thailand verbietet Sonnencremes, die Korallenriffe schädigen

von | 20. August, 2021

Thailand verbietet Sonnencremes mit bedenklichen Inhaltsstoffen. Eine aktive Vorgehensweise, um das Korallensterben einzudämmen.

Dass Sonnencreme nicht gleich Sonnencreme ist, wissen viele ökologisch bewusste Sonnenanbeter:innen und Urlauber:innen. Häufig wird in  Sonnencremes Mikroplastik verwendet um den Sonnenschutz zu gewährleisten, dabei dient der Mikroplastik als Bindemittel, Füllmittel oder Filmbilder.

Wissenschaftler fanden heraus, dass weitere Inhaltsstoffe das Absterben der Korallenlarven verursachen und durch einige der enthaltenen Chemikalien auch das Wachstum der Korallen in vielen Teilen der Erde negativ beeinflusst wird. Nicht nur der Temperaturanstiegs des Wassers erschwert die Lebensbedingungen der Korallen, auch die Verschmutzung der Umwelt trägt maßgeblich dazu bei. Die Korallenbleiche, welche seit den letzten Jahren vermehrt auftritt, soll durch jene Chemikalien gefördert werden. Daher sterben nicht nur die Korallenlarven, sondern auch die ausgewachsenen Korallen und Riffe werden stark geschädigt und abgetötet.

Bei den Rückständen von Sonnencremes, welche im Meer zurückbleiben, handelt es sich um mehr als 14.000 Liter jährlich. Besonders stark betroffen sind die beliebten Touristenziele wie Hawaii und Thailand. Thailand musste sogar einige Strände gänzlich schließen, weil die Korallen dort so stark geschädigt waren. Hier sollen sich die Riffe wieder erholen können um in der Zukunft vielleicht wieder besucht werden zu dürfen.

von Marcelo Kato / Pixabay

Thailands Verbot für schädigende Sonnencremes

Nun hat Thailand in Marine Nationalparks ein Verbot für Sonnencremes ausgesprochen welche die Chemikalien enthalten wie:

  • Oxybenzon
  • Octinoxat
  • 4-Methylbenzylidencampher 
  • Butylparaben

Eine Hilfe zur Orientierung, inklusive eines Schaubilds der erlaubten und verbotenen Sonnencremes, bietet Safe the Reef, ein Wohltätigkeitsprojekt, an. Einige der Stoffe, wie 3-Benzylidencampher sind in Deutschland bereits verboten, dieser Stoff steht nicht auf der Verbotsliste, kann aber Langzeitschäden verursachen, welche sich tatsächlich im Erbgut von Fischen und Korallen zeigen könnte.

Zwar gibt es in Thailand noch keine einheitliche Kontrolle oder ein Gesetz, aber bei Missachtung kann es den Urlauber:innen bis zu 2.600 Euro kosten. Mit diesem Verbot wird Thailand ein weiteres Land sein, dass sich an dem Hawaii-Riff-Gesetz orientiert. Dieses Gesetz trat am 01. Januar 2021 in Hawaii in Kraft und verbietet Sonnencremes mit bedenklichen Inhaltsstoffen. Ein Jahr zuvor hat bereits Palau, mit seinen 365 Inseln, die Einfuhr und den Verkauf korallenschädigender Sonnencreme mit einer Strafe von knapp 900 Euro belegt. Weitere Gebiete wie die Amerikanischen Jungferninseln und die Karibikinsel Bonaire haben bereits ähnliche Pläne.

In Deutschland sind bereits einige Sonnencremes mit dem Aufdruck „Konform mit dem Hawaii Riffgesetz“ oder „Gemäß dem Hawaii-Riffgesetz“ versehen. Auch die Begriffe „riff friendly“ stehen auf der Verpackung. Ein einheitliches Siegel existiert jedoch noch nicht. Wer gänzlich sicher gehen möchte, überprüft die Inhaltsstoffe oder greift zu einem Produkt mit ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen.

Beitragsbild: Karolina Grabowska / Pixabay

Unterstütze die Arbeit von Sarah Hangauer und anderen Autor:innen mit einem GNM+ Abo!

Schon ab 3,50 € pro Monat kannst du unabhängigen und vor allem Positiven Journalismus fördern.
Schließe jetzt ein Probeabo ab und profitiere von exklusiven Vorteilen wie z. B. dem digitalen & gedruckten Jahresrückblick 2021!

GNM+

Sarah Hangauer

Diese Good News könnten dich auch interessieren