Ein Gymnasium in Berlin-Spandau wird als erste Schule in Deutschland nach der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer benannt – und macht ihre Botschaft dauerhaft zum Leitbild.
Das bisherige Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin-Spandau soll künftig den Namen Margot-Friedländer-Gymnasium tragen. Die Schulkonferenz beschloss die Umbenennung einstimmig. Nun muss das Bezirksamt Spandau noch zustimmen. Damit wäre es die erste Schule bundesweit, die nach der Holocaust-Überlebenden benannt ist.
„Seid Menschen“
Die Initiative zur Umbenennung wurde noch zu Lebzeiten Friedländers angestoßen. Laut ihrer Stiftung freute sie sich darüber sehr und war stolz. Seit 2011 besuchte Margot Friedländer regelmäßig die Schule, sprach mit Jugendlichen über den Holocaust und ihre eigene Lebensgeschichte.
Schulleiter Henning Rußbült betont, Friedländers Appell zu Menschlichkeit und gegenseitigem Respekt sei zu einem Leitbild der Schulgemeinschaft geworden. Margot Friedländer, die als einzige ihrer Familie das Konzentrationslager Theresienstadt überlebte, starb im Mai 2025 im Alter von 103 Jahren. Ihr Vermächtnis lebt weiter – in ihrem wohl bekanntesten Satz: „Seid Menschen.“
Beitragsbild: European Parliament / Wikimedia Commons
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