Weg frei für den neuen (Tierschutz-)Zeitgeist

Pelzzucht wird in Estland verboten

von | 9. Juni, 2021 | Füreinander, Klima

Fuchs schnuppert

Ab dem 01.01.2026 sind alle Betriebe in Estland endgültig geschlossen, die Tiere lediglich züchten, halten und töten wegen ihres Pelzes. Damit setzt sich ein weltweiter Tierschutz-Trend fort.

Konsequenzen

Immer wieder schockieren die Bilder aus Pelztierfarmen die Welt. Die Tiere befinden sich in winzigen Käfigen, werden dort auf grausame Art und Weise gehalten und getötet – und das nur aus einem Grund: Ihr flauschiges Fell ist ein Modeaccessoire. 95 Prozent der weltweit gehandelten Felle stammen aus der Pelztierzucht. Eine Praktik, die weder mit Tierschutz noch mit nachhaltiger Lebensweise vereinbar ist. Meist gelangen diese Informationen und Aufnahmen nur an die Öffentlichkeit, weil sie von Tierschützer:innen undercover gefilmt werden.

Die Proteste sind lang und zäh, aber nicht erfolglos. Estland zieht nun gesetzliche Konsequenzen: Ab 2026 werden in dem Land alle Pelztierfarmen geschlossen sein. 2017 und 2019 waren zwei frühere Gesetzesentwürfe, um Pelzzucht in Estland zu verbieten, gescheitert. Seit Juni 2021 ist das landesweite Verbot jedoch jetzt verabschiedet. Das Parlament stimmte mit 55 Stimmen zu 19 Stimmen für ein Verbot von Pelztierfarmen in Estland, dies wird nun Stück für Stück umgesetzt. Tierschützer:innen sprechen von einem historischen Sieg.

Der Anfang vom Ende?

Estland ist damit eines von dreizehn Ländern, welche Pelzzucht vollständig den Riegel vorschieben. Den Anfang machte Großbritannien. Nach einer großen Welle von Tierschutz-Protesten im Jahr 2000 verboten zunächst England und Wales die Farmen, doch schon 2002 zogen Schottland und Nordirland nach. Die anderen Länder, in denen Pelzzucht nicht mehr erlaubt ist, sind: Belgien (2018), Bosnien und Herzegowina (2018), Japan (2006), Kroatien (2017), Luxemburg (2018), Mazedonien (2014), Norwegen (2018), Österreich (2005), Serbien (2009), Slowakei (2019), Slowenien (2013), Tschechien (2017). In Deutschland sind Pelzfarmen noch immer erlaubt, seit 2019 gibt es jedoch keine einzige Nerzfarm mehr in Deutschland. Und die Tierschutzorganisation PETA spricht von einem weltweiten „Trend“:

Bislang ist Los Angeles die größte Stadt, die den Verkauf von neuen Pelzprodukten komplett verboten hat. Diesem Zeitgeist schließen sich weltweit immer mehr Städte und Länder an und schieben den verbliebenen Pelzfarmen damit einen Riegel vor. (…) Wir kommen einer Welt ohne Pelzfarmen immer näher. Nicht nur Länder und Städte setzen der Grausamkeit ein Ende: Alleine im vergangenen Jahr haben sich über ein Dutzend Designer und Modehäuser wie Burberry, Gucci, Versace oder das Kaufhaus Breuninger dazu entschieden, Pelz zukünftig aus dem Sortiment zu streichen…

PETA

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Beitragsbild: Erik Mclean / Unsplash

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Lucia Oiro
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