Neue Daten zeigen: Die Ozonschicht erholt sich messbar. Das Ozonloch schrumpft – dank globaler Umweltpolitik und Wissenschaft.
Das Ozonloch ist nicht verschwunden. Aber es schrumpft. Über der Antarktis beginnt die Ausdünnung der Ozonschicht heute später im Jahr, bleibt kürzer bestehen und erreicht deutlich geringere Ausmaße als noch vor wenigen Jahrzehnten. Entscheidend ist dabei nicht die Entwicklung einzelner Jahre, sondern der langfristige Trend – und der ist eindeutig. Internationale Messprogramme von NASA, NOAA und der Weltorganisation für Meteorologie zeigen übereinstimmend: Die globale Ozonschicht erholt sich.
Was lange wie ein fernes Versprechen klang, lässt sich inzwischen klar belegen. Der massive Ozonabbau, der seit den 1970er- und 1980er-Jahren beobachtet wurde, ist gestoppt. In vielen Regionen nimmt die Ozonkonzentration in der Stratosphäre wieder zu. Die Atmosphäre reagiert langsam – aber sie reagiert.
Der politische Wendepunkt in den 1980er-Jahren
In den 1980er-Jahren wurde das Ozonloch zum Symbol einer Industriegesellschaft, die ihre planetaren Grenzen überschritten hatte. Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und andere Chemikalien zerstörten genau jene Schutzschicht, die einen Großteil der gefährlichen ultravioletten Strahlung der Sonne abfängt. Die Folgen waren gut dokumentiert: steigende Hautkrebsraten, Risiken für Augen und Immunsysteme sowie Schäden an Pflanzen und marinen Ökosystemen.
Der Wendepunkt kam 1987 mit dem Montreal-Protokoll. Staaten weltweit verpflichteten sich, ozonschädigende Stoffe schrittweise aus dem Verkehr zu ziehen. Was folgte, war ein umfassender industrieller Umbau: Kühlschränke, Klimaanlagen, Schaumstoffe und Spraydosen mussten neu gedacht werden. Ersatzstoffe wurden entwickelt, Produktionsketten angepasst, Übergangsfristen kontrolliert. Heute gelten über 99 Prozent der im Abkommen erfassten Substanzen als aus der globalen Nutzung verschwunden. Kaum ein anderes Umweltabkommen wurde so konsequent umgesetzt.
Warum sich die Erholung Zeit lässt
Trotz der klaren Trendwende bleibt Geduld nötig. Viele ozonabbauende Stoffe verweilen Jahrzehnte in der Atmosphäre. Entsprechend langsam vollzieht sich die Erholung der Ozonschicht. Fachleute gehen davon aus, dass die globale Ozonschicht etwa bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wieder das Niveau der frühen 1980er-Jahre erreichen kann. In mittleren Breiten könnte es schneller gehen, über der Arktis etwas langsamerspäter. Über der Antarktis – dort, wo der Schaden am größten war – wird die vollständige Erholung voraussichtlich erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts abgeschlossen sein.
Für atmosphärische Prozesse ist das dennoch eine bemerkenswert kurze Zeitspanne. Dass sich trotz der langen Lebensdauer der Schadstoffe eine so klare Entwicklung abzeichnet, gilt in der Forschung als starkes Indiz für die Wirksamkeit des globalen Ausstiegs.
Was diese Erfolgsgeschichte heute lehrt
Die Bedeutung der Ozonerholung reicht über den Schutz vor UV…
Ozonloch schließt sich dank wirksamer Umweltpolitik schneller