Über 350 Antworten aus unserer Community

Neun Tipps zur Verbesserung der mentalen Gesundheit

von | 29. April, 2022

Fast 90 Prozent unserer Community gab an, schon einmal Probleme mit ihrer mentalen Gesundheit gehabt zu haben. Wir stellen eure neun besten Tipps zum Umgang damit vor.

In unserem Artikel über die positiven Auswirkungen von Vogelgezwitscher auf die mentale Gesundheit fragten wir unsere Community über Instagram, ob sie selbst schon einmal Probleme mit ihrer mentalen Gesundheit hatten. Fast 90 Prozent antworteten bejahend und auf die Frage nach persönlichen Tipps, um die mentale Gesundheit sicherzustellen, erhielten wir über 350 Antworten. Das wollten wir als Anlass nehmen, die neun besten Tipps vorzustellen und zu untersuchen.

Tipp 1: Therapie 

Mit Abstand am häufigsten wurde die Psycho(therapie) genannt. Professionelle Hilfe für mentale Gesundheit ist vor allem dann wichtig, wenn all die anderen Tipps nur wenig Verbesserung bringen. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie,

Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. geht davon aus dass “Menschen mit psychischen Erkrankungen […] immer noch gesellschaftliche Stigmatisierung [erfahren]”. 

Doch die Entwicklung hin zu mehr Akzeptanz ist im Gange. Im Laufe der Pandemie sank sogar das Stigma rund um die Online-Therapie. Die WHO berichtete, dass ca. 70 Prozent der Länder mittlerweile Teletherapie via Videoanruf eingeführt hatten. 

Ob eine Therapie notwendig ist, erkennen einige Betroffene selbst, anderen wird dieser Weg durch Expert:innen empfohlen. Einige Krankenkassen und Kliniken bieten Tests an, wie es um die mentale Gesundheit, Depressivität oder das Wohlbefinden steht. 

Tipp 2: Freunde und Familie 

Alte Frau sieht jüngere Frau lächelnd erfreut an; Pflege

Bild: Andrea Piacquadio / Pexels

Wir alle fühlen es: Freundschaften, Familie und Partnerschaften sind wichtig für die mentale Gesundheit. Die Pandemie zeigte leider umso mehr, dass das Risiko für eine Krankheit des Geistes oder des Körpers steigt, wenn jemand unfreiwillig einsam ist.

Es sind nicht nur die vertraulichen Gespräche und das Verständnis dieser uns nahen Menschen, die unsere mentale Gesundheit unterstützen. Forschungen bestätigen: Umarmungen können helfen, vor Krankheiten zu schützen. Der Körper schüttet z.B. Botenstoffe wie Oxytocin aus, das eine beruhigende Wirkung hat, beim Stressabbau  hilft und zwischenmenschliche Bindungen stärkt.

Tipp 3: Tiere und Natur

Mentale Gesundheit - Tiere

Bild: Bruno Emmanuelle / Unsplash

Dass die Natur uns helfen kann, Stress abzubauen, war im Good News Magazin allein in diesem Jahr schon zweimal Thema (Vogelgezwitscher kann Stress und geistige Müdigkeit lindern, Kanadische Arztpraxen können Nationalpark-Tickets verschreiben). Auch unsere Community erkannte, dass Spazieren in oder das Genießen der Natur ihnen in Bezug auf ihre mentale Gesundheit half. 

Im gleichen Atemzug wurde oft der positive Einfluss von (Haus)tieren genannt. Und das kommt nicht von ungefähr: Das Streicheln unseres Vierbeiners hat eine beruhigende Wirkung. Durch die vertrauten Berührungen werden im Körper weniger Adrenalin und Stresshormone ausgeschüttet. Außerdem baut man eine innige Verbindung zu dem Familienmitglied auf und lernt, Verantwortung zu übernehmen. 

Tipp 4: Sport und Yoga 

Auch beim Sport steht der hormonbedingte Stressabbau im Vordergrund. Gleichzeitig hat Sport positive Auswirkungen auf körperliche Schmerzen: Sei es an den Gelenken, bei Migräne oder Regelschmerzen – wenn Sport bewusst und moderat ausgeführt wird, kann er schmerzlindernd wirken.

Yoga nimmt dabei noch eine gesonderte Rolle innerhalb des Sports ein, denn hier werden sportliche Bewegung und Achtsamkeit verbunden. Yoga ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Körper und Geist in Einklang bringen soll. Wer Yoga praktiziert, lernt unter anderem bewusstes Atmen – und tiefes Ein- und Ausatmen ist sehr eng mit mentaler Ruhe und Stärke verbunden.

Tipp 5: Bücher

Dass unsere Community Lesen und Bücher vorgeschlagen hat, ist verständlich: Lesen kann nicht nur entspannen, sondern auch bilden. 

Bücher wie “Sorge dich nicht lebe” von Dale Carnegie oder “Das Kind in dir muss Heimat finden” von Stefanie Stahl wurden explizit in den Antworten genannt und sind seit Jahren feste Größen auf den Bestsellerlisten zur psychischen Gesundheit.  

Tipp 6: Hobbys 

Bild: Andrew Ebrahim / Unsplash

„Singen, kochen, tanzen, lachen, glücklich machen” – diese Liedzeile geistert schon seit 1979 durch die Schlager-Radiosender. Und es stimmt: Zahlreiche Studien belegen, dass Hobbys wie Musik hören oder machen, Stricken, Malen oder Gärtnern Stress reduzieren und glücklich machen können. Sei es die Auswirkung auf das Belohnungszentrum im Hirn, die Sinnesstärkung oder die Festigung des Selbstbewusstseins: Hobbys scheinen Superkräfte zu haben. 

Tipp 7: Struktur im Alltag 

Wenn wir eins ganz intuitiv wissen, dann dass Stress oder schlechter Schlaf negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Einige aus der Community empfahlen einen Jobwechsel, andere den Einbau einer Routine. Eine Struktur im Alltag kann die mentale Gesundheit definitiv fördern: feste Schlaf- und Essenszeiten, eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit, fest eingeplante Zeiten zur Selbstfürsorge – all das kann die Psyche stärken und entspannen. 

Tipp 8: Meditation und Achtsamkeit 

Viele der oben genannten Tipps beinhalten bereits Achtsamkeit. Die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) wurde von dem Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn in den 70ern entwickelt und ihre Erfolge sind mittlerweile durch zahlreiche Studien belegt. Dieses achtwöchige Stressbewältigungstraining basiert auf dem gezielten Lenken und Einüben der Achtsamkeit und wurde ursprünglich für Menschen mit chronischen Beschwerden entwickelt. 

Die bewusste Steuerung der Aufmerksamkeit ist auch ein wesentliches Element meditativer Techniken. Die Meditation ist seit Jahrtausenden ein zentrales Bestandteil religiöser Traditionen und ihre Auswirkungen auf Kognition, Affekt, Hirnfunktion, Immunsystem und psychische Gesundheit mittlerweile umfassend wissenschaftlich belegt. 

Tipp 9: Tagebuch

Es ist etwas höchst Persönliches und Intimes: Das Schreiben eines Tagebuchs. Die Forschung legt nahe, dass das Führen von Tagebüchern ein wichtiges Werkzeug zur Stressbewältigung und für erhöhtes Wohlbefinden ist. Darüber hinaus können auch Traumata bewältigt, das Kurzzeitgedächtnis verbessert oder eine positivere Einstellung trainiert werden.

Achtung: Das alles sind hilfreiche und interessante Tipps und wir danken all den Antwortenden für diese Ideen. Was dir selbst am Ende hilft, das kann man selbstverständlich nur durch Ausprobieren herausfinden. Und sucht euch professionelle Hilfe, wenn ihr dies benötigt.In diesem Sinne: Passt auf euch auf!

Beitragsbild: Matthew Ball / Unsplash

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Viktoria Franke

Unsere Chefredakteurin Viktoria begann noch während des Studiums, als Sportjournalistin durch die Welt zu ziehen. Mittlerweile berät sie kleine Einzelkämpfer und große Unternehmen in ihrer Innen- und Außenkommunikation und organisiert weltweit Pressebereiche bei Sportevents. Good News sind bei all dem Trubel genau so wichtig für ihre mentale Gesundheit wie ein Stück Schokolade.

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