Wie eine Innovation Elefanten und Menschen zugute kommt

Ein Unternehmen in Sri Lanka macht Elefantendung zu Papier

von | 18. März, 2022

Seit über zwei Jahrzehnten stellt Maximus Papierwaren auf eine einzigartige Art und Weise her – und aus einem ganz besonderen Material.

Erst wollte Gründer Thusitha Ranasinghe eigentlich nur einen Weg finden, die großen Mengen an Papierabfall zu recyceln, die in der Druckerei seiner Familie entstanden. Als 1997 die erste Maximus-Fabrik in Kegalle im Südwesten Sri Lankas ihren Betrieb aufnahm, wurde dort zunächst tatsächlich ‚nur‘ Altpapier wiederverwertet. Später kamen jedoch auch andere, natürliche Materialien hinzu. Wie Bananenrinde, Reisstroh, Zuckerrohrreste – und Elefantendung.

Mehr Schutz für Elefanten

Ungefähr 7.500 wilde Elefanten leben in Sri Lanka (Stand 2019). Oft kommt es zu Konflikten zwischen ihnen und den Menschen, viele Landbewohner:innen sehen sie als Bedrohung oder Schädlinge.

Ranasinghe möchte etwas dagegen tun, möchte die Beziehung zwischen „Mensch und Bestie“ verbessern. Maximus soll Elefanten(dung) einen wirtschaftlichen Wert verleihen und einen finanziellen Anreiz schaffen, der die Sicht der Menschen auf die Tiere verändern könnte. 

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Video: „Ecomaximus Hand made elephant dung paper products“

In der Nähe der Fabrik in Kegalle befindet sich die NGO Millennium Elephant Foundation, die sich unter anderem um ältere domestizierte Elefanten kümmert. Von dort bezieht Maximus den Elefantendung – und spendet im Austausch dafür einen Teil seiner Einnahmen an die Foundation. 

Der Dung wird getrocknet und gereinigt, mit Altpapierresten vermischt und schließlich zu Dingen wie Notizbüchern, Grußkarten und Fotoalben verarbeitet. Kein Produkt gleicht dabei einem anderen. Denn je nachdem, wie alt und gesund der Elefant ist, wovon er sich ernährt, und mit wie viel Altpapier seine Ausscheidungen gemischt werden, fallen Textur und Farbe des Papiers anders aus. 

… und Empowerment für Menschen

Heute werden die Papierprodukte von Maximus in über 30 Ländern verkauft. 1997 arbeiteten nur sieben Menschen dort, Ranasinghe mit eingeschlossen, 2009 waren es laut Firmenwebsite fast 200. 

Das Unternehmen ist mittlerweile an mehreren Standorten vertreten, Fabriken gibt es etwa in Kandalama, Sigiriya und Habarana. Laut eigenen Angaben habe Maximus bewusst ländliche Orte für die Produktion ausgewählt, um die Menschen dort zu fördern und zu stärken, ihnen neue Möglichkeiten zu bieten und ihre Lebensqualität zu verbessern.

„Unsere Vision ist, uns in eine Richtung weiterzuentwickeln, die versucht, das Schaffen von Arbeitsplätzen, den Schutz von Wildtieren, die Erhaltung von Elefanten und ländliche Stärkung zu vereinen, mit der Herstellung von schönen, ästhetisch ansprechenden Geschenkartikeln, die aus 100 Prozent Abfallmaterial von Hand gefertigt wurden.“

Maximus

Beitragsbild: Rob Hampson | Unsplash

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Simone Hencke

Simone ist in Deutschland aufgewachsen, in Kanada zur Schule gegangen, für ihr Bachelorstudium in die Niederlande gezogen, später für ihr Masterstudium dann nach Japan. Sie denkt oft – vielleicht zu oft? – darüber nach, wie faszinierend und spannend das Leben, unser Planet und das Universum doch sind und interessiert sich deswegen für so gut wie alles, insbesondere aber für Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz und Veganismus.

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