Mit Solarenergie in eine gerechte Zukunft

Jemenitische Frauen gegen den Gender-Gap

von | 7. April, 2021

Der Gender-Gap, die „Lücke zwischen den Geschlechtern“, ist ein Begriff, der ungleiche Bedingungen, unfaire Bezahlungen und andere Unterschiede zusammenfasst, die nur aufgrund des Genders (soziales Geschlecht) bestehen und gemacht werden. Dabei hat der Jemen im Ranking der Länder den ausgeprägtesten Gender-Gap weltweit. Das wollen jetzt zehn jemenitische Frauen mit ihrem Solar-Betrieb ändern – im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

Der Gender-Gap im Jemen

Auf dem jährlichen “Global Gender Gap Report” vom Weltwirtschaftsforum steht der Jemen auf dem letzten Platz. Aktuell machen Frauen gerade einmal sieben Prozent der jemenitische Arbeitswelt aus. Auch im Bildungssystem sieht es nicht viel anders aus. 2011 waren von den 267.498 eingeschriebenen Studierenden gerade einmal 29 Prozent Frauen. Im Jemen leben, laut der Website Knoema, über 4.000.000 der Jemeniten als Analphabeten. Mit 74,9 Prozent sind die meisten Analphabeten Frauen. Die Website bezieht sich dabei auf Angaben aus der “world bank“.

Schritte in die richtige Richtung

Iman Ghaleb Hadi Al-Hamali will das mit ihrem Solar-Betrieb ändern. Der jemenitische Betrieb ist ein reiner Frauenbetrieb. Das Entwicklungsprogramm der Vereinigten Staaten erbaute die Solarstation in Zusammenarbeit mit den Frauen. Im Interview mit BBC spricht Hadi Al-Hamali darüber, dass alle im Betrieb arbeitenden Frauen einen Schulabschluss haben, es im Jemen jedoch nicht genügend Karrieremöglichkeiten für Frauen gäbe. Dies will sie mit ihrem Betrieb ändern.

Außerdem geht der Betrieb auf nachhaltige Art und Weise ein weiteres wichtiges Problem an: Der Solar-Betrieb versorgt Gebiete des Jemens, die bis zu 40 Kilometer vom nächst größeren Ort entfernt sind, mit bezahlbarer und erneuerbarer Energie. Dringend nötig: Denn in ländlichen Regionen des Jemens lebt über die Hälfte der Bevölkerung ohne Zugang zur Elektrizität.

Eine Solarplatte kann eine Region bis zu zwei Stunden mit Elektrizität versorgen. Die Kosten belaufen sich dabei auf zwei Cent pro Stunde. Zu dem jetzigen Zeitpunkt schafft es der Betrieb seine Region mit bis zu zwölf Stunden Elektrizität zu versorgen. Es wird gerade daran gearbeitet weitere 100 Solarplatten in ganz Jemen zu errichten.

Die Frauen sind große Vorbilder und ihr Projekt ist zukunftsweisend für eine gerechte Welt – ohne Gender-Gaps!

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Beitragsbild: في عین الله / Unsplash

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Fatima Majed

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