Seit Juni kann bei Ikea zwei Stunden in der Woche in einer reizarmen Umgebung eingekauft werden. Das Einrichtungshaus mindert damit Barrieren für neurodivergente Personengruppen.
Die sogenannte “Stille Stunde” wird bundesweit in allen Filialen des schwedischen Einrichtungshauses eingeführt. Immer mittwochs von 17 bis 19 Uhr können Kunden bei Ikea dann eine angepasste Einkaufsatmosphäre erleben: Der Verzicht auf Hintergrundmusik und lärmintensive Tätigkeiten, eine verringerte Lichtintensität und die Reduktion von visuellen Reizen soll Hürden für Menschen mit einer erhöhten Empfindlichkeit für optische und akustische Reize vermindern. Auch auf Lautsprecherdurchsagen wird zum Großteil verzichtet, lediglich sicherheitsrelevante Informationen bleiben erhalten. Das Einrichtungshaus möchte damit allen Kund:innen ein stressfreies und reizärmeres Shoppen ermöglichen und damit explizit den neurodivergenten Teil der Gesellschaft inkludieren, wie etwa Menschen mit Hochsensibilität, Autismus oder ADHS.
Zunehmend mehr Inklusion neurodivergenter Personen
Die Neuerung bei Ikea unterstreicht auch immer mehr die an Bedeutung gewinnende Auffassung, dass Unterschiede in der Entwicklung kognitiver Gehirnfunktionen nicht zwangsläufig als dysfunktionale Störung wahrzunehmen sein sollten, sondern ähnlich wie andere Charakteristika unterschiedliche Ausprägungen des menschlichen Körpers darstellen. Der entsprechende Fachbegriff lautet Neurodiversität und bezeichnet grundsätzlich die Vielfalt der normalen Entwicklung des menschlichen Gehirns, welches sich funktionell und strukturell sehr unterschiedlich ausbilden kann. Man spricht im herkömmlichen Sinne häufig von einer “normalen”, also neurotypischen Gehirnfunktion und bei davon abweichenden Strukturen von atypischen bzw. neurodivergenten Entwicklungen.…
Ikea Deutschland führt stille Stunde ein