Zukunftsoptimismus zum Mitnehmen

Good News Flash – Dänische Fußballer verzichten auf Gehaltserhöhung

von | 27. Juni, 2024

Es gibt so viele gute Nachrichten und Entwicklungen, dass wir mit unserem Good News Flash
einen schnellen Überblick über aktuell positive News geben wollen. 

Dänische Fußballer verzichten auf Gehaltserhöhung

Gender-pay-gap fußball good news flash
Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen im Profifußball wird in Dänemark künftig geringer ausfallen / Quelle: depositphotos.com

Good News vom 27. Juni: Im Profifußball werden Frauen fast immer sehr viel schlechter bezahlt als Männer. Die Spieler der dänischen Nationalmannschaft haben sich nun für eine gleiche Grundvergütung der Frauen- und Männermannschaft eingesetzt, um dem Gender-Pay-Gap, also dem Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen, im Fußball entgegenzuwirken. 

Die Männermannschaft hat gerade einen neuen vierjährigen Vertrag mit dem Dänischen Fußballverband (DBU) unterzeichnet. Nach der laufenden Europameisterschaft tritt dieser Vertrag in Kraft. Eines seiner Ziele ist, faire Bedingungen für Männer und Frauen zu schaffen: Die Spieler haben bewusst auf eine Gehaltserhöhung verzichtet, um gleiche Arbeitsbedingungen für die Frauennationalmannschaft zu fördern.
In den Verhandlungen wurden laut Bericht der Spielerunion Fifpro verschiedene Modelle der Gehaltsangleichung diskutiert. Zunächst sollte das benötigte Geld von den Gehältern der Herrenmannschaft abgezogen werden; dieser Vorschlag wurde jedoch von beiden Teams abgelehnt. Stattdessen wurde ein Plan entwickelt, der die Bedingungen und Bezahlungen der Frauen-Nationalmannschaft auf das Niveau der Männer anhebt. Dazu gehört die gleiche Grundvergütung für  Spieler:innen, die das Land bei internationalen Spielen vertreten, ein verbesserter Versicherungsschutz für die Frauen und die U-21-Männer sowie die Schaffung eines gemeinsamen Clubhauses und eines Entwicklungsfonds, der von der Herrenmannschaft und dem DBU finanziert wird.

Sommertrip nach Paris mit dem Deutschlandticket

Deutschlandticket Good News Flash
Mit dem Deutschlandticket nach Paris, so geht es! / Quelle: depositphotos.com

Good News vom 26. Juni: Das Deutschlandticket wird für junge Reisende aus dem Südwesten im Juli und August noch attraktiver. Um die Grenzregionen weiter miteinander zu vernetzen, können junge Menschen unter 28 Jahren aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland im Sommer mit ihrem regulären Deutschlandticket auch ostfranzösische Regionalzüge – die sogenannten TER-Züge (Train Express Régional) – nutzen. 

Die Initiative wurde von den drei deutschen Bundesländern und der französischen Region Grand Est vorgestellt und zielt darauf ab, jungen Menschen erschwingliche und umweltfreundliche Reisemöglichkeiten zu bieten und den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Frankreich zu fördern. Nutzer:innen aus Frankreich können mit ihrem  Pass Jeune ebenso kostengünstig die deutschen Nachbarstädte erkunden. 

Die baden-württembergische Verkehrsstaatssekretärin Elke Zimmer erklärt: „Mit unserer gemeinsamen Sommer-Aktion können junge Menschen klimafreundlich und günstig in die Nachbarregion reisen: unkompliziert Straßburg, Reims oder Paris entdecken, Freundschaften knüpfen und Französischkenntnisse verbessern”. 

Obwohl Paris nicht Teil der Region Grand Est ist, sollen Nutzende bis zum Pariser Fernbahnhof Paris-Est fahren können. Damit können Studierende, Auszubildende und junge Berufstätige günstig die französische Hauptstadt erkunden und theoretisch sogar die Olympischen Spiele in Paris erleben.

Wikileaks-Gründer Julian Assange nach fünf Jahren Haft frei

Julian Assange am 18. August 2014 in der ecuadorianischen Botschaft in London scaled
Julian Assange ist nach fünf Jahren Hochsicherheitsgefängnis wieder auf freiem Fuß / Quelle: Wikimedia

Good News vom 25. Juni: Julian Assange, der Gründer von Wikileaks, wurde am Montag freigelassen. Fünf Jahre verbrachte er im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London. Vor seiner Haftstrafe lebte Assange sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London, um einer Auslieferung an die USA zu entgehen. Ecuador gewährte ihm politisches Asyl. 

Die USA werfen dem 52-jährigen Assange Spionage vor, nachdem er 2010 auf der Plattform Wikileaks etliche geheime Dokumente über die Militäreinsätze der USA im Irak und in Afghanistan veröffentlicht hatte. Damit soll er laut US-Regierung das Leben amerikanischer Informant:innen in Gefahr gebracht haben. Seine Unterstützer:innen sehen ihn hingegen als Aufdecker mutmaßlicher Kriegsverbrechen und als Repräsentanten der Pressefreiheit. 

Nun geht Assange einen Deal mit der amerikanischen Justiz ein: Am Mittwoch soll er vor einem Gericht der Nördlichen Marianen erscheinen, einem Außengebiet der USA. Dort  wird er sich laut Gerichtsunterlagen in einem Anklagepunkt schuldig bekennen, gegen das US-Spionagegesetz verstoßen zu haben, und zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt werden. Die bereits verbrachte Zeit im Londoner Gefängnis wird ihm dafür angerechnet. Der US-Staatsanwaltschaft zufolge soll er dadurch anschließend auf freiem Fuß in seine Heimat Australien zurückkehren können.

Europa setzt auf Naturschutz: Renaturierungsgesetz beschlossen

Renaturierung, Good News Flash
Bis 2030 sollen bei 20 Prozent der Land- und Meeresflächen Renaturierungsmaßnahmen aufgenommen werden / Quelle: Pixabay

Good News vom 20. Juni: Der Ministerrat der Europäischen Union, bestehend aus den Umweltminister:innen der einzelnen Mitgliedsstaaten, hat ein bedeutendes Gesetz zur Renaturierung von Lebensräumen in der EU verabschiedet, das die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme vorsieht. Bis 2030 sollen bei 20 Prozent der Land- und Meeresflächen Renaturierungsmaßnahmen aufgenommen werden. Ziel ist es, bis 2050 Maßnahmen zur Wiederherstellung aller geschädigten Ökosysteme aufzunehmen.

Österreich spielte eine entscheidende Rolle bei der Verabschiedung des Gesetzes: Trotz interner politischer Differenzen stimmte die Umweltministerin Leonore Gewessler dem Gesetz zu. Umweltschutzorganisationen wie der WWF begrüßen diesen historischen Schritt. Kritiker:innen, beispielsweise Vertreter der Landwirtschaft oder konservative Politiker:innen äußerten laut Tagesschau im Vorfeld des Beschlusses Bedenken bezüglich der Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion, weshalb das nun verabschiedete Gesetz eine abgeschwächte Version der ursprünglichen Pläne darstellt. 

Trotzdem handelt es sich bei dem Renaturierungsgesetz um einen großen Schritt – für mehr Umwelt- und Klimaschutz. In den kommenden Jahren sollen beispielsweise Bäume gepflanzt, Moore durch Vernässung wiederhergestellt werden, Flüsse in ihre natürliche Form gebracht und Monokultur-Wälder zu Mischwäldern umgewandelt werden.

Neue Lösung gegen Einwegplastik bei Kosmetikprodukten

Ein Hamburger Unternehmen hat eine Mehrweg-Pfandflasche für Kosmetikprodukte entwickelt. Good News Flash
Ein Hamburger Unternehmen hat eine Mehrweg-Pfandflasche für Kosmetikprodukte entwickelt.

Good News vom 12. Juni: 237 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf sind 2021 in Deutschland angefallen. Das Land steht damit europaweit an erster Stelle. Einige Branchen sind besonders stark durch Einwegplastik belastet. Gerade in der Beautybranche ist die Wegwerfmentalität deutlich spürbar. 

Eine Firma aus Hamburg kämpft gegen den Verpackungswahn an. Gemeinsam mit der Technischen Universität Hamburg und zehn Partnerunternehmen hat Sea Me eine Monomaterial-Mehrweg-Pfandflasche für Kosmetik- und Drogerieartikel entwickelt. Damit bewegt sich die Branche weg von Einweg hin zu einer Kreislaufwirtschaft bei den Verpackungen.

Laut dem Unternehmen sorgen die Monomaterialen für eine erleichterte Wiederverwertung. Denn die Flaschen müssen beim Recycling nicht sortiert werden. Mindestens zehn Mal werde eine Flasche wiederverwendet, bevor sie dann recycelt wird. Aus jeder „aufgebrauchten” Flasche werde eine neue. So gehen im Prozess keine Materialen verloren. Die Flaschen werden dabei bewusst so konzipiert, dass sie vielfältig eingesetzt werden können. Die Lösung bietet damit direkt auf mehreren Ebenen Nachhaltigkeitsansätze.

Derzeit ist die Mehrwegflasche deutlich teurer im Einkauf. Während jedoch Produktionskosten für Einwegverpackungen weiter steigen, können Unternehmen wie Sea Me im Laufe der Zeit mit Vergünstigungen ihrer nachhaltigen Lösungen rechnen.

Der Good News Flash wird diesen Monat geschrieben von: Inga Mahlbacher, Antonia Scheurer und Lara Schmalzried

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Lara Schmalzried

Lara ist Online-Chefredakteurin des Good News Magazins. Lange hat sie von einer besseren Welt geträumt. Jetzt schreibt sie Artikel, die den Blick auf die Welt verändern.

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