Vom Bau ins Badezimmer

Bauschutt ist kein Müll: Fliesen für die Umwelt

von | 7. April, 2021

Jährlich fallen in Deutschland mehr als 50 Millionen Tonnen Bauschutt an. Dass man Bauschutt jedoch zu etwas Schönem und Nachhaltigen verarbeiten kann, zeigen Lea Schücking, Leya Bilgic und Moritz von Galen mit ihrem Startup “Shards”.

Das Problem mit dem Zement

Neben Keramik und Ton sind viele Fliesen sogenannte Zementfliesen. Zement wird aus Karstgestein gewonnen. Karst ist für die Biodiversität vieler Gebirge sehr wichtig, wie zum Beispiel für das indonesische Kendeng-Gebirge. Denn durch Karst entstehen Höhlen, die den Wasserkreislauf steuern, Quellen hervorbringen und Flüsse speisen. Umweltvereine wie “Robin Wood”, versuchen auf die Gefahr seit Jahren aufmerksam zu machen.

Erst im Juni 2020 demonstrierten Umweltaktivist:innen vor dem Baustoffunternehmen “HeidelbergCement” in Heidelberg für wirksameren Klimaschutz. Nach Angaben der Veranstalter nahmen 250 Personen teil. Die Polizei sprach jedoch nur von 150 Teilnehmer:innen. Während der Demonstration erklärte eine Sprecherin der Klimaschutzbewegung Fridays for Future: Die Zementgewinnung ist für acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich.

“Shards” soll etwas ändern

Mit “Shards” wollen Gründerin Lea Schücking und ihre Mitarbeiter:innen Leya Bilgic und Moritz von Galen klimagerechte Fliesen – ganz ohne Zement – herstellen. Die “Shard”-Fliesen bestehen lediglich aus Bauschutt, um genau zu sein, aus alten Ziegeln und recyceltem Glas. Um zukünftigen Interessenten Vielfalt bieten zu können, werden verschiedenartige Ziegel verwendet.

In diesem Video stellen die Gründer:innen ihr Unternehmen vor:

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Zum jetzigen Zeitpunkt stellt die Uni Kassel im Fachbereich “Umweltbewusste Produkte und Prozesse” die Fliesen her. Ein weiterer klimafreundlicher Aspekt ist die Brennung der Fliesen. Während für die herkömmlichen Zementfliesen Gasbrennöfen verwendet werden, benutzt das Startup Elektro-Brennöfen. In einem Interview mit dem hr-fernsehen erklärt die Gründerin Lea Schücking, dass Klimaneutralität ein wichtiges Ziel sei, welches das Startup erreichen will. Erste Erfolge kann “Shards” schon verbuchen. Verschiede Architekturbüros und Kindertagesstätten haben Interesse an den klimafreundlichen Fliesen gezeigt.

Hier sind sie im Interview mit dem hr-fernsehen:

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Beitragsbild: Pexels / Pixabay

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Fatima Majed

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