„Hiermit seien alle Unternehmen inspiriert, sich ebenfalls für den Schutz der Tiere und Insekten einzusetzen!“

Wie die UmweltDruckerei konsequent auf Nachhaltigkeit setzt

von | 23. November, 2022

Das Good News Magazin freut sich über eine neue Kooperationspartnerin: Wir präsentieren dieUmweltDruckerei! Warum haben wir uns genau für diese Druckerei entschieden? Und begehen wir nicht eine (Umwelt-)Sünde damit, überhaupt noch ein Magazin drucken zu lassen? Wir haben für euch und uns nachgefragt! Dr. Kevin Riemer-Schadendorf ist der Nachhaltigkeitsleiter bei der UmweltDruckerei und steht uns Rede und Antwort.

Präsentiert von der UmweltDruckerei (Barter-Kooperation)

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Kevin Riemer-Schadendorf - dieUmweltDruckerei
Kevin Riemer-Schadendorf ist ein waschechter Hamburger Jung. Er studierte Kulturwissenschaften und promovierte im Nachhaltigkeitsmanagement. Seit 2015 leitet er die Bereiche Nachhaltigkeit und Kommunikation bei der UmweltDruckerei.

Interview mit der UmweltDruckerei

Lucia Oiro: Kommen wir gleich zur Sache: Uns wurde von einigen Menschen abgeraten, im Jahr 2022 noch ein Magazin drucken zu lassen. Zum einen, weil Print wohl tot sei und die Leute nur noch online lesen (da weigern wir uns einfach mal, das zu glauben) und zum anderen (das wichtigere Argument), wegen Aspekten der Umwelt und den Ressourcen, die ein Druck benötigt. Kannst du unser Gewissen beruhigen?

Dr. Kevin Riemer-Schadendorf: Ich versuche es zumindest. Zunächst einmal freuen wir uns sehr, dass wir zukünftig euer Magazin im Sinne der Nachhaltigkeit drucken dürfen! Als Online-Druckplattform bieten wir für jede:n einen ökologischen Druck zu fairen Preisen. Wir drucken klimaneutral auf 100 % Recyclingpapier mit Bio-Farben und Ökostrom. Auf einfachem und umweltfreundlichem Wege erhalten unseren Kund:innen somit qualitativ hochwertige Printmedien.

Um zu deiner Frage zurückzukommen, ob Print oder Digital besser für die Umwelt ist. In unserem Blog-Artikel haben wir analoge und digitale Medien hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit miteinander verglichen. Das Ergebnis: Es gibt keine pauschale Antwort! Jeder Vergleich müsste individuell anhand der Kriterien Wasser, Energie und Rohstoffe sowie dem individuellen Nutzer*innenverhalten durchgeführt werden, um zu genauen Ergebnissen zu kommen. Denk beispielsweise mal darüber nach, aus welchen Materialen digitale Medien hergestellt sind? Seltene Erden, die Teils unter menschenunwürdigen und ökologisch bedenklichen Bedingungen abgebaut werden. Oder den Berg an Elektroschrott, den wir jedes Jahr produzieren und nach Westafrika exportieren!

Eine grobe Faustregel lautet daher: Digitale Medien sollten generell langfristig genutzt, geteilt und am Ende rezykliert werden. Printmedien sollten grundsätzlich klimaneutral und passgenau mit Ökostrom auf Recyclingpapier gedruckt werden.

Oiro: Das klingt ja doch komplexer als man zunächst denkt. Gefühlt steht „Nachhaltigkeit“ als Schlagwort ja heute überall drauf – was heißt es konkret für unser Magazin, das wir über euch drucken?

Riemer-Schadendorf: Allein die Herstellung von Recyclingpapier spart circa 60 % Energie, 70 % Wasser und 100 % Holz gegenüber Frischfaserpapier. Um die Punkte anhand eures Magazin zu verdeutlichen: Dadurch, dass Ihr jetzt über uns druckt, entlastet Ihr die Umwelt – Ihr spart pro Ausgabe: 1.440 kg Holz, 23.726 Liter Wasser, 4.886 kWh Energie und 130 kg CO2-Emissionen.

Oiro: Ich bin ehrlich, ich lese ja selber viel lieber ein gedrucktes Magazin oder Buch und schätze dessen Wert enorm, aber was ist mit der Papierknappheit, von der zuletzt zu hören war? Habt ihr das bemerkt? Ist die wirklich schon vorbei?

Riemer-Schadendorf: Der Papiermarkt bleibt weiterhin äußerst angespannt; insbesondere seit der Coronakrise. Währenddessen gab und gibt es weniger Veranstaltungen und mehr Home-Office, wodurch schlichtweg weniger gedruckt wurde. Daher findet sich auch weniger Altpapier zur Recyclingpapierherstellung, was wiederum zwangsläufig zu Engpässen in der Recyclingpapierbeschaffung führt. Darüber hinaus förderte die Pandemie den Online-Handel. Es wurden mehr Versandverpackungen aus Papier/Pappe benötigt, die den ohnehin angeschlagenen Papiermarkt zusätzlich belasten. Die Papierproduzenten wechselten vermehrt von grafischen Papieren für den Druck auf Papierverpackungen für den Handel. Erschwerend hinzu kommen die massiven Preissteigerungen für Energie und Transport.

Die konkrete Folge für uns: Die Preise für unsere 100 % Recyclingpapiere haben sich teilweise mehr als verdoppelt. Durch neue Kooperationen und einen flexiblen Einkauf können wir die notwendigen Preissteigerungen für unsere Kund:innen jedoch in einem moderaten und fairen Rahmen halten.

Oiro: Bei unserer Recherche haben wir entdeckt, dass ihr auch Wildtiere bzw. Artenschutz fördert? Sind also Recyclingpapier, Klimaneutralität, Ökostrom und Bio-Farben nicht genug?

Riemer-Schadendorf: Die Frage ist ja nicht, warum wir uns für den Artenschutz engagieren, sondern warum andere Unternehmen es nicht tun. Der WWF hatte in seinem Living Planet Report einen durchschnittlichen Rückgang von 68 % bei den Wirbeltierpopulationen seit 1970 ausgemacht. Bei den Insekten sieht es leider kaum besser aus. Verantwortlich für diesen Rückgang sind wir alle und damit auch die Wirtschaft. Hiermit seien also alle Unternehmen inspiriert, sich ebenfalls für den Schutz der Tiere und Insekten einzusetzen!

Oiro: Kannst du an einem konkreten Beispiel verdeutlichen, wie Ihr den Artenschutz fördert?

Riemer-Schadendorf: Wir kooperieren eng mit der Aktionsgemeinschaft Artenschutz. dieUmweltDruckerei spendet unter anderem regelmäßig für ein Meeresschildkrötenprojekt in Kenia. Vor Ort haben wir zudem eigenhändig 1.200 Mangroven-Setzlinge für den Erhalt des Artenschutzes gepflanzt. Mangroven sind ein wertvoller Klima- und Erosionsschutz. Sie bilden darüber hinaus einen lebensnotwendigen Lebensraum für Tiere aller Art.

Oiro: Um noch einmal auf die Ressourcen zurückzukommen. Ihr unterstützt auch Klimaschutzprojekte, insbesondere im Bereich der Aufforstung seid Ihr recht aktiv.

Riemer-Schadendorf: Ja, das ist nur konsequent, da wir als Druckerei direkt für die Wälder Verantwortung tragen. Um diesen Punkt kurz zu verdeutlichen. Wir nutzen Ressourcen, nämlich Papier respektive Holz. Dieses Holz war einmal ein Baum. Viele Bäume bilden einen Wald. Allein tropische Wälder beherbergen 70 % aller Landlebewesen mit bis zu 30 Millionen Tier- und Pflanzenarten. Mit anderen Worten: Ein Unternehmen, das Holz beansprucht, verantwortet mittelbar auch die Biodiversität. Daher forsten wir regelmäßig im westafrikanischen Togo auf; aber auch in Deutschland und Polen haben wir uns bereits engagiert. Letztes Jahr war ich im rumänischen Transsilvanien, um dort sowohl ein Artenschutz- als auch ein Aufforstungsprojekt zu unterstützen.

Oiro: Transsilvanien? Liegt dort nicht der letzte primäre Urwald Europas? Was kannst du aus der Region berichten?

Riemer-Schadendorf: Ja, je nach Definition finden sich auf dem Balkan noch Urwälder. Es gibt glücklicherweise auch noch weitere; beispielsweise im ostpolnischen Białowieża und zum Teil auch bei uns im Bayrischen Wald. Aber sie werden weniger und müssen geschützt werden.

In Transsilvanien haben wir versucht, Lösungsansätze zu finden, um den dortigen Mensch-Wildtier-Konflikt zwischen Anwohner:innen sowie Braunbären und Wölfen harmonischer zu gestalten. Die Dörfer und Städte dringen immer weiter in die waldigen Gebiete der Wildtiere vor – daher kommt es immer Mal wieder zu unliebsamen Begegnungen.  Um dieses Problem zu minimieren haben wir uns drei Maßnahmen überlegt: Aufklärung, Schutz und Lebensraum.

Um mehr über die Wildtiere zu erfahren, haben wir an eine lokale NGO Wildtierkameras und GPS-Geräte gespendet, die die Wanderouten der Tiere dokumentieren sollen. Zudem haben wir exemplarisch einen Zaun für einen Bauern gebaut, um dessen Vieh vor Wildtierangriffen zu schützen. Darüber hinaus haben wir ein Renaturierungsprojekt unterstützt, um den Wildtieren neuen Lebensraum bieten.

Lucia Oiro: Klingt spannend! Auf eurer Seite habe ich gelesen, dass Ihr zusätzlich sogar Nachhaltigkeitspreise verleiht!? Wie genau geht ihr da vor?

Riemer-Schadendorf: Ganz genau! Seit 2016 fördert dieUmweltDruckerei beispielsweise das LUMIX-Fotofestival in Hannover. In diesem Kontext verleihen wir einen 1.000 EUR dotierten Nachhaltigkeitspreis an junge Fotojournalist:innen, die sich besonders im Bereich Umwelt und Soziales verdient gemacht haben. Auf dem größten Umwelt-Filmfest in Ludwigsburg stiftet dieUmweltDruckerei seit 2017 den NaturVision-Nachwuchspreis.

Vergleichbar mit eurem Positiven Journalismuskonzept hoffen auch wir, durch unseren steten Einsatz für Mensch, Tier und Natur unsere Kund:innen und Leser:innen für eine nachhaltige Entwicklung zu begeistern!

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Lucia Oiro

Lucia Oiro (ehem. Lehmann) liebt die Vielfalt. Als Autorin, Redakteurin und Performancekünsterlin realisiert sie Projekte, die dieser Liebe entsprechen. Einer ihrer Träume ist, die Welt durch Positive Nachrichten mitzugestalten und all die inspirierenden Menschen und Initiativen ans Licht zu bringen. Umso glücklicher ist sie, diese Vision nun mit dem Team vom Good News Magazin zu realisieren! Ein Team, das wirklich Berge bewegt und bei dem sie sehr stolz ist, ein Teil davon zu sein.

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