Menschen, die machen

das ist ein GNM+ Artikel(Brownie) Mary Jane Rathbun – wenn Backen politisch wird

von | 5. Juni, 2026 | GNM+, Füreinander

“Brownie Mary” gegen AIDS: wie sie mit Brownies Leid linderte und die Legalisierung von medizinischem Cannabis prägte. Eine Kolumne über Rebellion und Mitgefühl.

“Brownie Mary” gegen AIDS: wie sie mit Brownies Leid linderte und die Legalisierung von medizinischem Cannabis prägte. Eine Kolumne über Rebellion und Mitgefühl. 

Für perfekte Brownies braucht man: Schokolade, Mehl, Zucker, Butter, Eier und… Gras. Bitte, was?! Das war zumindest die Geheimzutat von Mary Jane Rathbun. Die Amerikanerin wurde in den 1980ern nicht nur berühmt für ihre „magischen“ Brownies, sondern auch für ihren Einsatz für die Legalisierung von medizinischem Cannabis.

„Brownie Mary“, die kriminelle Bäckerin

Wer hätte gedacht, dass eine unscheinbar aussehende Frau mittleren Alters mit dicken Brillengläsern und weißen Locken zu einer der bekanntesten Cannabis-Aktivistin der USA werden würde?

Nachdem sie 40 Jahre als Bedienung in einem Kettenrestaurant gearbeitet hatte, wollte Mary Jane für ihre Rente aussorgen. In den 1970ern begann sie also, nebenbei Brownies zu verkaufen. Werbung für ihr „Originalrezept“ machte sie ganz einfach mit Plakaten im Castro-Viertel von San Franciscos.

Allzu lange konnte das natürlich nicht gut gehen. Im Januar 1981 durchsuchte die Polizei Rathbuns Wohnung und fand dort mehrere Kilos Marihuana, sowie über 600 (!) Cannabis-Brownies. „Brownie Mary“, so wie die Medien sie nannten, wurde zum ersten Mal verhaftet – im Alter von 57 Jahren! – und zu 500 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Ein Rezept gegen das Leiden

Im Rahmen dieser Arbeit kam sie zum Shanti Projekt, einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit HIV/AIDS. Zu dieser Zeit war AIDS noch eine mysteriöse Krankheit, man wusste kaum etwas darüber und ihre Übertragungswege, was zu großer Unsicherheit und Angst in der Gesellschaft führte. Besonders betroffen waren homosexuelle Männer, weshalb die Krankheit zunächst vorschnell und fälschlicherweise als rein „schwules Problem“ dargestellt wurde. Das verstärkte schon bestehende Vorurteile: viele schwule Männer wurden nicht nur sozial ausgegrenzt, sondern auch moralisch verurteilt.

Mary Jane erlebte nicht nur die körperlichen Folgen der Krankheit, sondern auch die Stigmatisierung und das tiefe Misstrauen gegenüber der Erkrankten. Auf einmal bekam Brownie Marys Drogenbäckerei einen ganz anderen Sinn. Ihr…

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Jasmine Knell
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