Von fallenden Suizidraten weltweit bis hin zu neuen Lösungen gegen Wohnungsnot: Hier kommt der Rückblick auf die wichtigsten und spannendsten konstruktiven Nachrichten aus dem vergangenen Monat, zusammengestellt von unserem Partner Squirrel News.
Drei Länder planen Amerikas zweitgrößtes Naturschutzgebiet
Mexiko, Guatemala und Belize planen ein länderübergreifendes Naturschutzgebiet. Mit einer Größe von fast sechs Millionen Hektar wäre es das zweitgrößte Naturschutzgebiet Lateinamerikas nach dem Amazonas-Regenwald.
Einer neuen Auswertung zufolge ist die globale Suizidrate seit 1990 um fast 30 Prozent gesunken. Als Grund für die Entwicklung in Europa wird unter anderem die Stärkung sozial-emotionaler Kompetenzen bei Jugendlichen angeführt. Allerdings seien „die Zahlen weiterhin zu hoch“.
In Finnlands Hauptstadt ist seit Juli 2024 kein Mensch mehr im Straßenverkehr gestorben. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Der wichtigste sei aber Tempo 30, sagt ein Verkehrsplaner.
In einer neuen Umfrage geben nur 54 Prozent der Befragten in den USA an, Alkohol zu trinken. Seit dem Ende der Prohibition 1939 war der Wert nie so niedrig. Unter anderem Frauen und junge Menschen gaben an, weniger Alkohol zu trinken.
Bierkonsum in Deutschland geht zurück, alkoholfreie Sorten beliebt wie nie
Erstmals seit Beginn der Erhebungen 1993 ist der Bierkonsum in Deutschland im ersten Halbjahr unter die Marke von vier Milliarden Litern gefallen. Der Absatz von alkoholfreiem Bier steigt dagegen immer weiter an. Innerhalb von zehn Jahren hat er sich fast verdoppelt.
Die Rostocker Stadtverwaltung will die Stadt nachhaltiger gestalten. Rund 20 Unternehmen haben sich der Initiative „Plastikfreie Stadt“ bereits angeschlossen. So gibt es beim Stadtfest einen Greifautomaten mit gebrauchten Kuscheltieren, ein Laden verleiht gebrauchtes Geschirr und immer mehr Unverpackt-Läden verkaufen Lebensmittel ohne Plastikverpackung.
Selbst die saubere Schweiz hat ein Problem mit achtlos weggeworfenem Müll auf Straßen, Plätzen und in Parks. In Zürich kamen zwei junge Männer deshalb auf eine Idee: Wer Müll sammelt, bekommt Punkte und kann Preise gewinnen.
Forschende aus Bremerhaven haben ein Konzept entwickelt, bei dem Offshore-Windanlagen auch für den Anbau von Algen genutzt werden. Die Algen wachsen an Seilen, die an den Fundamenten der Windräder befestigt sind, und lassen sich als Nahrungsmittel, in der Kosmetik oder für die Industrie nutzen.
Im österreichischen Burgenland entsteht der erste Radweg aus Pflanzenkohle-Asphalt, der CO2 dauerhaft speichert. Die Pflanzenkohle bindet das Kohlendioxid im Belag und verhindert so, dass es in die Atmosphäre gelangt. Nach einem einjährigen Praxistest soll der Asphalt auch bei anderen Infrastrukturprojekten eingesetzt werden.
Einer neuen Studie zufolge ersetzen E-Bikes Autofahrten öfter als bislang vermutet: Fast jede zweite E-Bike-Fahrt wäre demnach ansonsten mit dem Auto gemacht worden. Bezogen auf die gefahrenen Kilometer liegt der Anteil der ersetzten Fahrten sogar bei mehr als 60 Prozent.
Im Rahmen der Kampagne „Jog On“ gehen Polizistinnen in England in Zivil joggen, um Straßenbelästigung sichtbar zu machen und deren Urheber über die Folgen aufzuklären. Bis zum ersten Vorfall soll es keine 20 Minuten gedauert haben.
Neue App hilft bei der Erkennung häuslicher Gewalt
Das Berliner Unternehmen Frontline hat eine App entwickelt, die Frauen vor häuslicher Gewalt schützen soll. Mithilfe von KI analysiert die App Lizzy einen digitalen Fragebogen, um das Gewaltrisiko einzuschätzen und Beratenden so zu ermöglichen, schneller Schutzmaßnahmen einzuleiten. Dabei erreicht sie eine Treffsicherheit von 80 Prozent und übertrifft andere Methoden deutlich.
Sonartechnik sorgt für schnellere Rettung in Badeseen
Mit Hilfe eines Sonargeräts können Rettungsschwimmer der DLRG Vermisste unter Wasser schneller finden und so ihre Überlebenschancen deutlich steigern. Möglich sind Ortungen in bis zu 50 Meter Tiefe.
US-Forschende haben Augentropfen entwickelt, die Altersweitsichtigkeit für bis zu zehn Stunden ausgleichen – als Alternative zu einer Lesebrille. In den USA kommen sie demnächst auf den Markt.
Während der Corona-Pandemie wurde deutlich, wie abhängig Afrika von Impfstoff-Importen aus dem Ausland ist. Nun sind in mehreren Ländern Produktionsstätten im Aufbau. Dabei hilft auch ein neues Finanzierungssystem. Zudem soll die neue African Medicines Agency einheitliche Standards setzen und Medizinprodukte regulieren.
Ein neues Online-Angebot des Düsseldorfer Mietervereins kann zu hohe Mieten nicht mehr nur erkennen, sondern auf Wunsch auch direkt bei der Wohnungsaufsicht der Stadt anzeigen. Es soll dafür sorgen, dass die Stadtverwaltung mehr gegen Mietwucher unternimmt.
Das „Azubi-Haus“ der Stadtwerke Osnabrück zeigt, wie günstiges Wohnen für Auszubildende funktionieren kann: Ein Zimmer kostet dort nur 200 bis 250 Euro warm. Die Stadt plant nun einen größeren „Azubi-Campus“ nach diesem Vorbild. Auch andere Städte wollen nachziehen.
In Hamburg stehen immer mehr Büroflächen leer, gleichzeitig entstehen zu wenige Wohnungen. Ein studentisches Projekt zeigt, wie ungenutzte Büroräume zu Wohngemeinschaften werden können. Am Alten Fischmarkt wurde dafür eine ganze Büroetage in eine temporäre WG mit Küche, Dusche und Gemeinschaftsraum umgebaut.
Wie lassen sich verwaiste Plätze und verödete Viertel neu beleben und sinnvoll nutzen? Projekte in München, Magdeburg und Amsterdam zeigen, wie neue Ideen und Konzepte Leerstand verhindern und die lokale Gemeinschaft stärken können.
„Ich wollte nicht sagen müssen: Ich habe Europa zubetoniert“
Sebastian Schels Firma baut Supermärkte für alle großen Ketten, bis vor fünf Jahren mit viel Stahl und Beton. Seitdem setzt er voll auf Nachhaltigkeit: Neben Holz als Hauptbaustoff und Seegras zum Dämmen entstehen wasserdurchlässige Parkplätze und bepflanzte Außenanlagen mit Eidechsenburgen und Insektenhotels.
Langzeitstudien zeigen, dass die Lebenserwartung von optimistischen Menschen rund zehn Prozent über der von pessimistischen liegt. Auch bei vielen anderen Gesundheitswerten schneiden sie besser ab. Ob Optimismus der Grund dafür oder eher eine Folge davon ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich ist aber eine Wechselwirkung.
Gerät die Welt gerade „aus dem Gleichgewicht“? Der Zukunftsforscher Tristan Horx erklärt die aktuellen Backlashs und Retro-Kulte lieber mit Gegentrends. Im Interview erklärt er, warum die Zukunft manchmal Umwege macht und warum er den Pessimisten die Wut wegnehmen will.
Pilotprojekt in Schweden: Freundschaftszeit für Angestellte
In einem Pilotprojekt in Schweden erlaubt eine Apothekenkette ihren Angestellten, jede Woche 15 Minuten freundschaftlich mit anderen Menschen zu verbringen – während der offiziellen Arbeitszeit. Das Projekt ist Teil einer nationalen Strategie gegen Einsamkeit.
Laut WHO ist jeder sechste Mensch weltweit von Einsamkeit betroffen. In Frankfurt soll dagegen der „Babbel-Nett-Stammtisch“ helfen: Dreimal pro Woche gibt es moderierte Treffen an unterschiedlichen Orten, bei denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen.
Die Neurowissenschaftlerin und ehemalige Profi-Tänzerin Julia F. Christensen erforscht die Wirkung des Tanzens auf das Gehirn. Eines ihrer Ergebnisse: Schon eine Tanzpause von fünf bis acht Minuten hebt unsere Stimmung signifikant. Außerdem in der Doku „Just dance!“: eine Hip-Hop-Gruppe, die mit Berliner Schülern arbeitet, und eine gehörlose Ballerina.
Quelle: Arte
Foto: Isaac Quesada / Unsplash (CC0)
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