Gütekraft 20 Beispiele für kluges staatliches Vorgehen
Innerhalb von 9 Jahren wurde der Bürgerkrieg in Kauswagan beendet – und die Armutsquote sank von 80 % auf 9 %. Möglich wurde das durch ein gütekräftiges Programm des philippinischen Bürgermeisters: „Schwerter zu Pflugscharen“. Tausende Rebellen tauschten ihre Waffen gegen Saat- gut ein – und Gewalt gegen Hoffnung.
„40 % der Absolventen von „Kurve kriegen“ begehen keine Straftaten mehr. Und bei den restlichen 60 % der Absolventen sind die Straftaten um 50 % reduziert. Insbesondere bei Gewalttaten. “ Kerstin Seiffert vom Präventionsprogramm „Kurve kriegen“. Einer landesweiten Initiative des Innenministeriums Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendhilfe.
Durch Vertrauen, Respekt und Resozialisierung Norwegens Gefängnissystem erreicht eine Rückfallquote von unter 20 % innerhalb von zwei Jahren. Zum Vergleich: In vielen anderen europäischen Ländern liegt die Rückfallquote zwischen 50 % und 70 %, in Deutschland wird etwa jeder Dritte innerhalb von drei Jahren nach der Entlassung wieder straffällig.
Gütekraft-Preis 2025: „Respekt vor der Wahrheit des jeweils anderen“ Der Initiativkreis Religionen in Essen (IRE) wurde mit dem Gütekraft-Preis 2025 ausgezeichnet. Ein geschätzter Ratgeber der Politik Seit 15 Jahren setzt sich der Zusammenschluss von sechs Religions- gemeinschaften für Frieden, Respekt und Verständigung ein und lebt so Gütekraft vor. Auch für die Stadtgesellschaft und Institutionen ist der IRE ein verlässlicher Gesprächspartner und trägt entscheidend zu einem konstruktiven Zusammenleben in Essen bei.
GPS-Fußfessel in Spanien verhindert Femizide: Seit ihrer Einführung kam es bei 13.000 Fällen zu keinem tödlichen Gewaltverbrechen. Das spanische Modell zeigt, wie elektronische Fußfesseln schützen können. Im Vergleich zur Untersuchungshaft ist diese Maßnahme deutlich mensch- licher, da sie die soziale Stabilität der Beschuldigten bewahrt. In Deutschland sitzen rund 12.000 Menschen monatelang in Untersu- chungshaft – oft ohne Urteil, obwohl in 42 % der Fälle milde Strafen ver- hängt werden und in 92 % keine ernsthafte Fluchtgefahr besteht.
In Ostasien und der Pazifikregion sank die extreme Armut innerhalb von 30 Jahren von 65,8 % auf 1,2 %. Breit angelegtes Wirtschaftswachstum, Reformen und die Öffnung der Märkte haben Millionen Menschen den Zugang zu Bildung, Arbeit und medizinischer Versorgung erleichtert. Erfolgsgründe: 1. Mehr Auswahl, bessere Preise 2. Stärkung der Innovationskraft 3. Beschäftigung und Investitionen 4. Friedenssicherung durch wirtschaftliche Verflechtung
Wenn Soldaten und Rebellen zusammen speisen, schweigen die Waffen. Seit über 20 Jahren baut David Höner mit seiner Organisation Cuisine sans Frontières in Krisenregionen weltweit Wirtshäuser, Restaurants und hauswirt- schaftliche Ausbildungsstätten auf. Diese Orte schaffen Begegnungen, fördern gewaltfreien Dialog und bieten Ausbildung in hauswirtschaftlichen Fähigkeiten. Die Projekte dienen als stabile Anlaufstellen, die lokale Gemeinschaften stär- ken und verfeindete Gruppen an einen gemeinsamen Esstisch bringen.
José „Pepe“ Mujica – Politik mit Gütekraft José „Pepe“ Mujica machte als Präsident Uruguay zu einer der stabilsten Demokratien Lateinamerikas. Trotz fast 15-jähriger politischer Gefangen- schaft in der Militärdiktatur suchte er nie Rache. Stattdessen setzte er sich für das Volk ein. Unter seiner Führung: • Sank die Armut von 18,5 % auf 9,7 %. • Stieg das Pro-Kopf-BIP von 12.600 auf 17.100 US-Dollar. • Erreichte die Arbeitslosenquote einen historischen Tiefstand. • Stieg der Mindestlohn um über 100 %. • Wurde die Ehe für alle eingeführt. • Legalisierte Uruguay als erstes Land weltweit 2013 den Verkauf von Cannabis.
Jedes Jahr retteten US-Programme rund 3 Millionen Menschenleben weltweit. Durch Aids-Bekämpfung, Impfkampagnen, Malaria-Prävention und humanitäre Hilfe. Allein das PEPFAR-Programm bewahrte seit 2003 bereits über 25 Millionen Menschen vor dem Tod an HIV/Aids. 2025 wurde die frühere Hilfsagentur USAID weitgehend eingestellt. Bedenkt man die Erfolge, haben solche Programme jetzt mehr Bedeutung als je zuvor.
Hummustopia – Gütekräftig streiten Hummustopia organisiert in Hamburg Veranstaltungen, die Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zusammenbringen – auch Polizisten und Aktivisten. Dank eines verbindenden „Hummus & Gespräche“-Formats wurden Vorurteile abgebaut und neue Verständigungskulturen etabliert – ein nachhaltiger Beitrag, um gesellschaftliche Spaltung durch Dialog und gemeinsame Erlebnisse zu überwinden. Weniger als 1 % brechen den Dialog ab.
In der Human Library öffnen sich „menschliche Bücher“ — echte Menschen erzählen ihre Geschichten und klären über Tabuthemen auf. Dabei sind wirklich alle Fragen erlaubt und erwünscht. Und zwar gerade die unangenehmen. Denn in der Human Library geht es darum, genau das zu thematisieren, was in unserer Gesellschaft sonst tabu ist. Das Ziel? Ein offener Austausch, der unsere Gesellschaft verständnisvoller macht und Stigmata abschafft.
In Deutschland liegt die Rückfallquote von Straftätern drei Jahre nach der Haftentlassung bei 33 %, während sie in den USA mit 68 % deutlich höher ist. Der deutsche Strafvollzug setzt auf Resozialisierung als Grundrecht mit Maßnahmen wie Bewährungshilfe, Täter-Opfer-Ausgleich und speziellen Wohnprojekten. Generell hat Deutschland eine umfassendere soziale Absicherung, bessere Bildung und Arbeitsmarktintegration für ehemalige Gefangene, was Rückfälle im Vergleich mit Ländern wie den USA mindert.
Gütekraft zeigt sich in Ghanas Geschichte Nach einem gewaltsamen Beginn führte demokratisches Handeln zu positivem Wandel. Nach dem Putsch von 1981 regierte Jerry Rawlings erst militärisch, ab 1992 als demokratisch gewählter Präsident. Als er 2000 die Macht friedlich an John Kufuor übergab, wechselte erstmals eine Regierung ohne Gewalt. Ein Beispiel dafür, dass Frieden und Stabilität aus Güte, Respekt und verantwortungsvollem Machtverzicht entstehen.
Gütekräftige Gesetze in Deutschland – Schutz von Minderheiten Das deutsche Grundgesetz schützt alle Menschen vor Diskriminierung – unabhängig von Herkunft, Sprache oder Glauben. Die vier vom Staat anerkannten nationalen Minderheiten – Sinti und Roma, Dänen, Friesen und Sorben – genießen besonderen Schutz ihrer Kultur und Sprache. Der Wegfall der 5 %-Hürde für Minderheitenparteien und Förderprogramme si- chern Teilhabe, Integration und Selbstbestimmung. So zeigt sich: Ein kluger Staat handelt gütig – und verzichtet trotz Macht auf Gewalt.
Nationales und internationales Minderheitenrecht sharafmaksumov | depositphotos.com
Friedliche Revolution in Deutschland Zwischen Frühjahr 1989 und März 1990 stürzte die Friedliche Revolution in der DDR das SED-Regime durch gewaltfreien Massenprotest – auch der Staat verzichtete dabei trotz Machtmitteln weitestgehend auf Gewalt. Ausgehend von Leipzig mit den Montagsdemonstrationen wuchs der Druck auf die DDR-Führung, die schließlich am 9. November 1989 die Berliner Mauer öffnete und damit den Weg zur deutschen Einheit frei machte.
Die Friedliche Revolution Andreas Lippold | commons.wikimedia.org
Mehr als 270.000 Flüge brachten im Rahmen der Berliner Luftbrücke (Juni 1948 - Mai 1949) Nahrung, Kohle und Baumaterialien zu den Menschen – trotz großer Risiken. Anstatt militärisch auf die Sowjetische Blockade West- Berlins zu reagieren, versorgten die Westalliierten die Stadt mit lebenswichtigen Gütern aus der Luft. Die Luftbrücke symbolisiert Solidarität und friedlichen Widerstand in einer angespannten Weltlage.
Die Ber liner Luft brücke Bild von USGOV-PD | commons.wikimedia.org
Statt eigene Machtansprüche gewaltsam durchzusetzen, leisteten die USA mit dem Marshallplan Hilfe zur Selbsthilfe für Europa. Der Marshallplan unterstützte in den Nachkriegsjahren 1948 bis 1952 den Wiederaufbau Europas mit Hilfe- leistungen im Wert von etwa 12,4 Milliarden US-Dollar – das entspricht heute ungefähr 157 Milliarden Euro. So konnten die vom Krieg zerstörten Länder eigen- verantwortlich ihren Wiederaufbau gestalten und als europäische Einheit wirtschaftlich und gesellschaftlich wachsen.
Der Marshallplan als Hilfe zur Selbsthilfe nach dem 2. Weltkrieg US government photographer | commons.wikimedia.org
Mit der Verabschiedung der UN-Charta 1945 durch 51 Staaten wurde erstmals in der Geschichte ein völkerrechtlich verbindliches Gewaltverbot festgeschrieben. Artikel 2(4) untersagt Staaten ausdrücklich, Gewalt zur Lösung politischer Konflikte einzusetzen. Neben dem Gewaltverbot schaffte die UN-Charta auch ein Regelwerk für kollektive Friedenssicherung. Seit 1948 hat die UNO mehr als 70 Friedensmissionen entsandt. Laut dem Zentrum für Internationale Friedenseinsätze waren Ende 2024 rund 68.000 Frauen und Männer im Einsatz.
Gewaltverbot der UN-Charta UN Public Domain | commons.wikimedia.org
Obwohl die Volksgruppe Tutsi während des Bürgerkriegs in Ruanda fast vollständig von der Hutu-Mehrheit ausgelöscht wurden, verzichteten sie bei der anschließenden Regierungsübernahme auf systematische Rache. Stattdessen begann die neue Regierung nach dem Völkermord mit über einer Million Toten einen Prozess der Aufarbeitung: faire Gerichts- verfahren, Täter-Opfer-Ausgleich und Projekte zur Aussöhnung. Ein zentrales Instrument sind die sogenannten Reconciliation Villages, wie Mbyo. Dort leben Überlebende des Genozids gemeinsam mit reuigen Tätern, um kollektives Heilen und gegenseitiges Verständnis zu fördern.
Wenn aus Tätern und Opfern Nachbarn werden UN Photo/Manuel Elías | media.un.org
1975 verhinderte Hauptkommissar Hans Weide am besetzten Bauplatz des Atomkraftwerks Wyhl ein mögliches Blutvergießen, indem er den Befehl zur gewaltsamen Räumung verweigerte und das Innen- ministerium einschaltete. Mit Hilfe der Kirche konnte Baden-Württembergs Innenminister Karl Schiess kontaktiert werden, der die Räumung absagte. Die Besetzung blieb monatelang bestehen, führte zu konstruktiven Dialogen zwischen Bürgerinitiativen, Behörden und Betreibern und trug dazu bei, dass das AKW Wyhl letztlich nicht gebaut wurde. Ein Beispiel, wie entschlossenes, gewaltfreies Handeln komplexe Konflikte positiv beeinflussen kann.
In seinem autobiografischen Roman „Rote Sonne – Dunkle Nacht“ hat Weide die Geschehnisse dokumentiert und aufgearbeitet. Bild von Marlis Decker/Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg
Stiftungszweck Die KräftigeGüteStiftung setzt sich dafür ein, die Idee gütigen und gewaltfreien Handelns in unserer Gesellschaft zu stärken. Wir glauben: Echte Stärke zeigt sich in Güte und Güte ist effektiver als Gewalt. Durch Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und praxisnahe Schulungen möchten wir insbesondere Akteure in Polizei, Justiz, Politik und Diplomatie darin unterstützen, die Wirksamkeit gütigen Vorgehens zu erkennen und anzuwenden.
Mit Projekten, Medienkampagnen und Veranstaltun- gen machen wir sichtbar, dass Güte nicht Schwäche ist – sondern eine kraftvolle Alternative zu „hartem Durchgreifen“. Alles zur KräftigeGüteStiftung Denn: Güte schafft Vertrauen, fördert Verständnis und trägt zu nachhaltigem Frieden bei. AntonioSolano | depositphotos.com
Fünf Leitlinien für Polizei, Justiz, Politik und Diplomatie 1. Würde achten – in jedem Gegenüber Menschlichkeit ist die Grundlage vertrauenswürdigen Verwaltungs- handelns. 2. Mutig entscheiden – auch unter Unsicherheit Verantwortung heißt, das Richtige zu tun, bevor alles sicher ist. 3. Konsequent handeln – ohne zu verletzen Klarheit und Durchsetzungskraft behalten, ohne Demütigung oder Härte.
4. Routinen prüfen – Verantwortung übernehmen Abläufe hinterfragen, eigene Anteile erkennen und handlungsbewusst gestalten. 5. Gerechtigkeit sichtbar machen – durch Fairness im Umgang Gerechtigkeit wirkt, wenn sie im Verfahren wie im Ton erkennbar bleibt. Bild von NiroDesign | depositphotos.com
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4. Schau dir Gütekraft-Filme an 5. Verbreite die Botschaft und teile gütekräftige Inhalte in den sozialen Medien. Bild von MidnightStudioTH | depositphotos.com
Gütiges Vorgehen ist effektiver und nachhaltiger als Gewalt. In Kooperation mit